Heinrich Böll zum 100.

Von verlorener Ehre und fürsorglicher Belagerung. Der andere Deutsche (1917 - 1985) und der Deutsche Herbst 1977
Vortrag und Diskussion

Sechs gegen sechzig Millionen (Heinrich Böll): 1970 schlug die Geburtsstunde der sog. Roten Armee Fraktion (RAF), nach der Befreiung von Andreas Baader aus der Haft. Nach 28 Jahren – 1998 – löste sie sich selbst wieder auf. Der RAF-Terror umfasste drei Generationen: Auf ihr Konto gingen 34 Morde, zahlreiche Banküberfälle und Sprengstoffattentate. Die Morde an Buback, Ponto und Schleyer brachten die westdeutsche Bundesrepublik an den Rand des Staatsnotstands. Am 5. September 1977 hielt die Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer das ganze Land in Atem. Nicht minder dramatisch verlief das Geiseldrama von Mogadischu. All dies stürzte die Bundesrepublik in ihre bis dahin tiefste Krise, der Herbst 1977 ging als Menetekel in die deutsche Geschichte ein.

Die neue Schwerpunkt-Reihe der Volkshochschule Darmstadt in Kooperation mit dem AStA der Hochschule Darmstadt und dem AStA der Evangelischen Hochschule Darmstadt beleuchtet in einer aktuellen Vortragsreihe zum 40. Jahrestag des Deutschen Herbsts 1977 mit namhaften Referenten Ursache und Wirkung des Linksterrorismus der RAF – aus gesellschaftspolitischem, historischem und kulturellem Blickwinkel. ===

Schriftsteller, die sich politisch äußern, sind rar geworden. Der Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll meldete sich immer zu Wort. Fragte als PEN-Präsident 1972: Will Ulrike Gnade oder freies Geleit? (Ulrike Meinhof). Sein Hauptgegner: Die Springer-Presse. National-Konservative nannten ihn einen "geistigen Sympathisanten" der RAF. Mehr als ein Dichter, Gewissen der Nation: In "Die verlorene Ehre der Katharina Blum", in 30 Sprachen übersetzt und verfilmt, schlägt sich eine selbst erlebte Hausdurchsuchung nieder. Der Deutsche Herbst ist der Stoff der "Fürsorglichen Belagerung".

Marc Mandel wurde 1948 im Saarland geboren. Der 68er war viele Jahre als Rockmusiker und Barpianist unterwegs. Heute ist er im Unruhestand und lebt in Griesheim bei Darmstadt. 1968 schrieb er die ersten Kolumnen und satirischen Beiträge. Daneben entstanden Aphorismen, Gedichte und Kurzgeschichten. Er ist seit 2002 als freier Journalist für das Darmstädter Echo tätig. Im Mai 2014 erschienen im chiliverlag in Verl Kurzkrimis von Marc Mandel unter dem Titel Morden. Der gleiche Verlag veröffentlichte 2016 seine Stilfibel Machen! Silben, Sätze, Sensationen. Marc Mandels minimalistischer Merkratgeber für moderne Manuskriptmacher. Verl: chiliverlag 2016.

Beginn: 
Di, 05.12.2017 19:00
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Eintritt: 
10 EUR (h_da-Studierende frei)
Veranstalter: 
VHS Darmstadt in Kooperation mit AStA h_da und AStA EHD
Ort: 
Justus-Liebig-Haus, Raum 23
Adresse: 
Große Bachgasse 2, Darmstadt (Volkshochschule)