Zu Risiken und Nebenwirkungen der Gesundheitspolitik der GroKo

mit Dr. Achim Kessler, MdB
Vortrag und Diskussion

In Deutschland sterben arme Menschen im Durchschnitt zehn Jahre früher als reiche. Das hat auch damit zu tun, dass es große Ungerechtigkeiten in der Gesundheitspolitik gibt. Das monatelange Warten auf einen Facharzttermin ist nur die Spitze des Eisbergs. Privat Versicherte werden bei der Terminvergabe bevorzugt. Das ist Ausdruck einer Zweiklassenmedizin.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen deutlich tiefer in die Tasche greifen als Arbeitgeber. Sie bezahlen die Zusatzbeiträge in die gesetzliche Krankenkasse alleine, aber auch Zuzahlungen oder Leistungen, die nicht mehr von der Krankenkasse übernommen werden. Außerdem zahlen Menschen mit geringen Einkommen verhältnismäßig mehr als Menschen mit hohen Einkommen.

Und auch bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten könnten die Dinge wesentlich besser laufen:

Krankenhäuser sind zunehmend profitorientierte Unternehmen. In der Konsequenz bedeutet das, dass Gesundheit zur Ware wird. Kranke werden zu Objekten degradiert. Und Pflegende werden auf ihre Arbeitskraft reduziert. Die Löhne fallen, der Stress steigt. Immer weniger Menschen wollen in der Pflege arbeiten.

All das sind unhaltbare Zustände. Unter der „großen“ Koalition ist mit Jens Spahn nun jemand Gesundheitsminister, der bislang nicht durch konkrete Verbesserungsvorschläge aufgefallen ist, sondern durch polemische Äußerungen über arme Menschen. Was können wir vom Minister und der Bundesregierung erwarten, was müssen wir befürchten? Wie kann man eine linke Gesundheitspolitik umsetzen?

Dafür lohnt sich auch ein Blick in andere Länder, zum Beispiel nach Kuba: Das kubanische Gesundheitssystem setzt auf die Verhinderung von Krankheit und ist damit eine Realität gewordenen Utopie aus dem wir für Deutschland viel lernen können.

Darüber möchten wir mit Euch und Dr. Achim Kessler, Obmann im Ausschuss für Gesundheit und Sprecher für Gesundheitsökonomie der Linksfraktion im Bundestag, diskutieren.

Beginn: 
Mi, 20.06.2018 19:30
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Veranstalter: 
DIE LINKE. Darmstadt
Ort: 
Eckhart G. Franz - Saal im Staatsarchiv
Adresse: 
Karolinenplatz 3