Julius Goldstein (1873-1929): Ein Darmstädter Jude - Pionier im Kampf gegen den Antisemitismus

Vortrag und Diskussion mit Dr. Franziska Krah
Vortrag und Diskussion

Seit Ende der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts nahm der Antisemitismus nicht nur in Darmstadt zu. Antisemitischen Parteien zogen sowohl in den Reichstag als auch in den Hessischen Landtag ein. Ihr erklärtes Ziel war es, die Gleichstellung oder Emanzipation der Juden wieder rückgängig zu machen, da sie diese für alle Verwerfungen und negativen Folgen der gesellschaftlichen Modernisierung als ursächlich ansahen. Einer, der sich intellektuell mit dem aufkommenden Antisemitismus auseinandersetzte, war auf jüdischer Seite Julius Goldstein. Der in Hamburg 1873 geborene Philosoph, Kultursoziologe und Publizist wurde 1902 an der TH Darmstadt habilitiert, musste 23 Jahre warten, bis er dort endlich eine ordentliche Professur erhielt. Seine Ernennung, die auf Einfluss sozialdemokratischer Politiker zustande kam, löste einedeutschlandweite Diskussion als „Fall Goldstein“ aus. Seine zahlreichen Tagebücher legen Zeugnis ab für seine Einstellungen gegen Krieg, Rassismus und offenen Antisemitismus. Goldstein trat für Völkerverständigung und für die volle Integration der Juden in die deutsche Gesellschaft ein, ohne den Verlust ihrer Eigenheiten zu propagieren.

Beginn: 
Do, 29.11.2018 19:00
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Veranstalter: 
Ev. Dek. Darmstadt-Stadt, Gesellschaft für Christl.-Jüd. Zusammenarbeit
Ort: 
Das Offene Haus. Evang. Forum Darmstadt
Adresse: 
Rheinstr. 31, 64283 Darmstadt
Kontakt: 
Winfried Kändler, winfried.kaendler@ekhn-kv.de