Nicht mit uns!

Für eine gemeinsame und solidarische Lösung der Krise
Demonstration

Die Corona-Pandemie wirkt sich wie ein Brennglas auf unsere gesellschaftlichen Verhältnisse und Erwerbsbedingungen aus.

Corona trifft alle, aber nicht alle gleich. Die Corona-Pandemie hat das Leben vieler Menschen schwer belastet und eingeschränkt. Die meisten von uns müssen ihre sozialen Kontakte reduzieren, demokratische Rechte sind eingeschränkt, ganze Industriezweige wurden kurzfristig heruntergefahren. Arbeitslosigkeit, der drohende Kollaps des auf Profit ausgerichteten Gesundheitssystems: Wir alle blicken in eine ungewisse Zukunft. Besonders betroffen sind die Menschen mit beengten Wohnverhältnissen in Flüchtlingslagern und Massenunterkünften. Noch immer wird Sorge- und Pflegearbeit von Frauen geleistet, die durch Homeoffice und Homeschooling mehrfach belastet sind.

Während viele Menschen über ein deutlich geringeres Einkommen verfügen, schütten große Konzerne Dividenden aus. Das entspricht der Logik des Kapitalismus. Und nach dem Lockdown soll es genauso weitergehen: Auf der einen Seite Rettungsschirme in Milliardenhöhe für Konzerne, auf der anderen Seite die Aushöhlung der Arbeitsrechte. Während es vor der Corona-Pandemie angeblich kein Geld für den dringend notwendigen Klimaschutz gab, werden nun mit unvorstellbaren Summen genau die Unternehmen subventioniert, die maßgeblich an der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen beteiligt sind. Auch die immensen Rüstungsausgaben sollen weiter steigen.

Wir wollen eine solidarische Zukunft durchsetzen. Wir wollen einen klimagerechten Umbau der Wirtschaft. Wir wollen eine gerechte Aufteilung der Sorgearbeit. Wir wollen für Frauen und Männer gute Löhne und Arbeitsbedingungen in allen Branchen, und zwar dauerhaft. Wir wollen Wertschätzung und finanzielle Sicherheit für Kunst- und Kulturschaffende. Wir wollen eine Welt, in der nicht mehr Menschen im Mittelmeer ertrinken müssen oder ohne Obdach schutzlos auf der Straße leben. Das ist das Mindeste!

Dies ist ohne einen sozial-ökologischen Umbau der Gesellschaft nicht möglich. Die Wirtschaft muss sich an der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse und am Schutz der Umwelt orientieren, nicht an Profitinteressen weniger. Dafür braucht es starken politischen und gesellschaftlichen Widerstand. Nur so können wir die Krise solidarisch lösen. Unsere Vorstellungen von Solidarität haben aber nichts mit den Durchhalteparolen der Regierenden gemein: Wir streben eine Solidarität der in dieser Gesellschaft Benachteiligten an, um uns gemeinsam gegen die Abwälzung der Krisenlasten nach unten zu wehren.

Die sog. „Hygiene-Demos“ sind keine Antwort auf die aktuelle Situation. Wir demonstrieren niemals zusammen mit Neo-Nazis, Nationalist*innen, Antisemit*innen oder anderen menschenfeindlichen Ideolog*innen, Verschwörungsideolog*innen, Corona-Leugner*innen, Impfgegner*innen, braune Esoteriker*innen, religiöse Fundamentalist*innen. Die Forderung nach einer sofortigen Rückkehr zur Normalität spiegelt auch die Interessen der Wirtschaft wider, für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Meisten keine Rolle spielt.

Krisenbewältigung auf unsere Kosten? – Nicht mit uns!

Wir müssen verhindern, dass die Krisenlasten auf uns abgewälzt und bestehende Missstände konserviert werden. Dafür braucht es starken politischen und gesellschaftlichen Widerstand. Grundsätzliche Veränderungen kommen nicht von alleine, sondern nur, wenn wir in der Lage sind sie durchzusetzen. Dafür müssen wir in Aktion kommen und uns organisieren.

Hinweise zur Kundgebung

Corona ist keine Frage des Glaubens, sondern eine bittere Realität. Wer sich bewusst über wesentliche Infektionsschutzmaßnahmen hinwegsetzt, handelt unverantwortlich und unsolidarisch. Achtet daher auf Abstand, tragt Atemschutz und nehmt Rücksicht aufeinander.

Beginn: 
Sat, 13.06.2020 15:00
Veranstalter: 
Bündnis gegen Rechts u.a.
Ort: 
Karolinenplatz
Adresse: 
Darmstadt
Kontakt: 
info@bgr-darmstadt.de