Knastbeben

Für den sofortigen Stopp aller Abschiebungen und die Schließung des Abschiebeknastes!
Demonstration

Im Januar wurde die Erweiterung des hessischen Abschiebeknastes in Darmstadt fertig gestellt. Ab sofort können dort bis zu 60, später bis zu 80 Menschen inhaftiert werden, um sie besser abschieben zu können. In diesem Zusammenhang wurden auch Haftplätze für Frauen und Paare geschaffen.

Trotz Pandemie und den wirtschaftlichen und gesundheitlichen Folgen, die in ärmeren Ländern noch deutlich schlimmer sind, wird weiter abgeschoben.

In der vergangenen Woche fand das erste Mal seit Jahrzehnten eine Abschiebung aus Hessen nach Somalia statt. In Bad Homburg wurde der Mann überraschend auf der Ausländerbehörde festgenommen, nachdem er unter dem Vorwand einer Duldungsverlängerung dorthin gelockt wurde, und direkt nach Eberstadt in den Abschiebeknast gebracht. Die sofort  eingeleitete Unterstützung wurde blockiert, ohne negativen Corona-Test konnte die Person nicht besucht werden, was im Vorfeld nicht kommuniziert wurde.

Bevor das organisiert werden konnte, hatte die Abschiebung bereits stattgefunden. Zynischerweise verkündet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wenige Tage später, Somalis zählten zukünftig zu den Menschen mit sicherer Bleibeperspektive in Deutschland. Gleichzeitig häufen sich die Berichte über Anschlagsserien in Mogadischu.

Seit gestern wissen wir, dass eine Frau in Eberstadt sitzt, die seit 30 Jahren in Deutschland lebt, alle ihre Kinder leben hier. Der jüngste Sohn mit Behinderung ist auf ihre Unterstützung angewiesen. Ihr droht die Abschiebung in die Türkei. Als aktive Kurdin ist sie dort massiv bedroht.

Pakistanische FreundInnen werden inhaftiert und abgeschoben, trotz familiärer Verbindungen, finanzieller Selbständigkeit und mehr.

Erneut ist derzeit auch wieder ein Mann aus Deutschland inhaftiert - hier geboren, sozialisiert und aufgewachsen soll er in die Türkei abgeschoben werden, ein Land, dessen Sprache er nicht spricht. Er hat eine minderjährige Tochter, für die er sorgeberechtigt ist.

Hessen zeigt hier deutlich, wie Abschiebungen um jeden Preis durchgesetzt werden (sollen) und dass Menschenrechte dabei keine Rolle spielen.

In Europa werden die Grenzen geschlossen - Abschiebungen finden weiter jeden Tag statt.

Gleichzeitig ist nun ein Inhaftierter mit Corona-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert worden. Wie er sich im vermeintlich geschützten Rahmen der AHE infizieren konnte, bleibt unklar.

Wir kommen am Sonntag, den 28.02. um 14 Uhr vor dem Abschiebeknast zusammen und zeigen unsere Solidarität mit den Gefangenen.

Wir fordern den sofortigen Stopp aller Abschiebungen und die Schließung des Abschiebeknastes!

Wohnungen statt Knäste!

Community for all

Beginn: 
Sun, 28.02.2021 14:00
Veranstalter: 
Community for All
Ort: 
Darmstadt-Eberstadt
Adresse: 
Abschiebegefängnis, Marienburgstraße 78
Kontakt: 
Community for All