Der marktgerechte Mensch

Wenn der Mensch zur Ware wird
Filmvorführung

Spätestens seit der großen Finanzkrise ist unser Arbeitsmarkt im Umbruch. Die soziale Marktwirtschaft und die über Jahrzehnte erstrittenen Solidarsysteme werden mehr und mehr ausgehebelt. Der sich immer weiter beschleunigende Wettbewerb bringt das gesamte gesellschaftliche Gefüge in Gefahr. Unser soziales Bindegewebe droht durch Verarmung, Vereinzelung und Entsolidarisierung zu zerbrechen. Noch vor 20 Jahren waren in Deutschland knapp zwei Drittel der Beschäftigten in einem Vollzeitjob mit Sozialversicherungspflicht. Heute sind es nur noch 38%. Aktuell befindet sich bereits die Hälfte der Arbeitnehmer*innen in unsicheren Beschäftigungsverhältnissen.

Der Film zeigt Fahrer*innen für Essenslieferanten, die von einem Algorithmus gesteuert werden, Beschäftigte des Einzelhandels, die auf Abruf arbeiten, Crowdworker, die auf Internet-Plattformen mit der ganzen Welt konkurrieren. Auch Menschen in bisher sicher geglaubten Arbeitsstrukturen wie Universitäten finden sich heute in befristeten Anstellungen wieder. Die Planungshorizonte liegen meist nur bei wenigen Monaten oder einem Jahr. All diesen modernen Arbeitsverhältnissen ist gemein, dass sich der Arbeitgeber aus sozialen Verpflichtungen zurückzieht und das wirtschaftliche und soziale Risiko auf den Rücken der Beschäftigten ablädt.

Doch dieser Wahnsinn ist nicht alternativlos. „Der marktgerechte Mensch“ stellt auch Betriebe vor, die nach dem Prinzip des Gemeinwohls wirtschaften, Beschäftigte von Lieferdiensten, die einen Betriebsrat gründen
und die Kraft der Solidarität von jungen Menschen, die für einen Systemwandel eintreten. „Der marktgerechte Mensch“ will Mut machen und dazu motivieren, sich zusammenzuschließen und einzumischen. Denn ein
anderes, gerechteres Leben ist möglich!

Ein Film von unten, finanziert über crowdfounding

Beginn
Veranstalter
AGORA bewegt, Filmkreis Oberfeld
Ort
Agora
Adresse
Erbacher Straße 89