Die Gewerkschaft ver.di führte zusammen mit dem Bündnis Pflege einen Informationsstand und eine Kundgebung auf dem Ludwigsplatz zum internationalen Tag der Pflege am 12. Mai durch. Zuerst sprach Armin Löw, Gewerkschaftssekretär von ver.di, und betonte die Wichtigkeit eines solchen internationalen Tages der Pflege, um die Arbeit der Beschäftigten in der Pflege zu würdigen und wertzuschätzen. Er wies eindringlich darauf hin, dass die Bundesregierung schnell für gute Rahmenbedingungen in der Kranken- und Altenpflege sorgen muss, um den Pflegekollaps abzuwenden. Es müssen bedarfsgerechte und verbindliche Vorgaben für die Personalausstattung her. Ein Alarmzeichen sei, dass über 60 % der Pflegekräfte in Krankenhäusern in Teilzeit arbeiten. Die meisten von ihnen entscheiden sich nicht aus freien Stücken für Teilzeit, sondern wegen der täglichen Belastung in der Pflegearbeit, die sie nicht mehr in einem Vollzeitarbeitsplatz aushalten können
Als folgender Redner stellte Jürgen Frohnert vom "Bündnis Pflege" das Konzept der Gemeindepflege vor. Ziel ist es, für die älter werdenden Bevölkerung einen würdevollen und sozial gesicherten Verbleib sowie die Integration in der gewohnten Umgebung zu erreichen und einer möglichen Pflegebedürftigkeit vorzubeugen, bestenfalls zu verhindern. In Hausbesuchen werden beispielsweise die soziale Situation, gesundheitliche und hauswirtschaftliche Versorgung ebenso in den Blick genommen wie die individuelle Wohnsituation, Mobilität oder Freizeitgestaltung und beugen damit Isolation vor. Bei Bedarf informieren sie über alltagsbegleitende Angebote, passende Hilfen bzw. Dienstleistungen und vermitteln sie.
Im Anschluss berichtete Hanni Skroblies über die Arbeit des Vereins „Hiergeblieben“ in Kranichstein. Eine hauptamtliche Kraft des Vereins koordiniert den Einsatz der vielen Ehrenamtlichen. So werden mehrmals in der Woche gemeinsame Mittagessen und Kaffeerunden und auch Spielnachmittage angeboten. Außerdem wird Nachbarschaftshilfe vermittelt und auf die Angebote anderer Träger in Kranichstein hingewiesen. Ziel ist ein Servicezentrum in dem auch Tagespflege und ambulante Pflege angeboten werden. Wichtig ist eine aufsuchende Hilfe, die vor allem die Menschen erreicht, die sich nicht von sich aus melden.
Das Bündnis Pflege hat indessen einen ersten Erfolg zu verzeichnen: die Darmstädter Stadtverordnetenversammlung fordert nun den Magistrat auf, die notwendigen Voraussetzungen zur flächendeckenden Einrichtung eines Angebots für Gemeindepflegerinnen in allen Stadtteilen der Stadt vorzubereiten.
Bei strahlender Abendsonne schloss die Veranstaltung mit den Redebeiträgen ab, doch viele blieben an den Informationsständen stehen und redeten weiter in kleinen Gruppen über die anregenden Beiträge.