Kommunalpolitik

Verhandlungen ohne Ende?

In Darmstadt wird es immer schwerer bezahlbaren Wohnraum zu finden. Die Mieten steigen unaufhörlich, auf eine angebotene Wohnung kommt eine Vielzahl von Bewerber_innen. Entlastung könnten hier die sogenannten Konversionsflächen bringen, also die Umwandlung der ehemaligen US-Kasernen in Wohnungen. Die Kasernen stehen seit 2008 leer, und seit dieser Zeit gibt es Verhandlungen zwischen der Stadt und der BImA, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Unklar bleibt der Öffentlichkeit aber, warum sich diese Verhandlungen so in die Länge ziehen und keine Ergebnisse bringen.

Schweigen

Die Ereignisse um Edward Snowdon haben die Abhörpraktiken des US-Geheimdienstes NSA öffentlich gemacht. Eine nicht unwesentliche Rolle scheint hierbei der sogenannte „Dagger-Complex“ in Griesheim zu spielen. Hierzu dokumentieren wir im Folgenden einen Beitrag von Rainer Keil. Im Beitrag wird auch erwähnt, dass der Dagger-Complex 2004 schon einmal Gegenstand von Beratungen im Darmstädter Stadtparlament waren. Einige der erwähnten Fraktionen sind heute nicht mehr in der Stadtverordnetenversammlung vertreten.

Lincoln-Siedlung: Leerstand ist Verschwendung

Seit 2008 stehen die Wohngebäude der ehemaligen Lincoln-Siedlung an der Heidelberger Straße leer. Initiiert von der Stadtverordnetenfraktion UFFBASSE will am 8.Juni 2013 ein Bündnis mehrerer Darmstädter Organisationen und Initiativen dagegen protestieren. "Leerstand ist kein Zustand" - diese Meinung wollen sie bei dieser Aktion zum Ausdruck bringen.

Die Umwandlung der auf den Konversionsflächen vorhandenen Wohngebäude in bezahlbaren Wohnraum halten die Initiatoren für dringend notwendig, besonders im Hinblick auf die in Darmstadt fehlenden Wohnungen und die steigenden Mieten.

Nicht gemeinsam gegen Rechts

Es sollte ein Bild sein, das Hoffnung macht. Am 17. März demonstrierten über 800 Menschen im Zentrum Darmstadts gegen Rassismus. Ein breites Bündnis hatte zu dieser Demonstration aufgerufen. Junge und alte Darmstädter aus fast allen politischen Lagern setzten gemeinsam ein Zeichen gegen Neonazis. Oberbürgermeister Jochen Partsch (Bündnis 90/Die Grünen) frohlockte: „Das hat man selten, dass CDU und Antifa zusammen auf einem Platz stehen.“, sagte er dem Darmstädter Echo.

Beginn einer Mieterbewegung?

Die Wohnungsnot in den Ballungszentren nimmt spürbar zu. Für viele Menschen sind die geforderten Mieten kaum noch erschwinglich. Die Empörung über diese Zustände macht sich jetzt auch in ersten Aktionen Luft. Am Samstag dem 10.11.2012 demonstrierten Mieterinitiativen in Berlin, Hamburg und Freiburg. Diese Proteste könnten Zeichen einer aufkommenden Mieterbewegung sein.